Puppets on a String

MICHAEL OMASTA | Kultur | aus FALTER 12/03 vom 19.03.2003

FILM. In seinem verstörend schönen Film "Dolls" erzählt Takeshi Kitano lakonisch Geschichten von der verstörenden Macht der Liebe. 

Sawako, fast noch ein Mädchen, hat mit ihrem Geliebten den Verstand verloren; Hiro, der alte, sterbende Gangster, seine Jugendliebe über viele Jahre vergessen; und Haruna, die umjubelte Popsängerin, hat nach einem Autounfall der Liebe ihrer Fans entsagt, indem sie ihre junge Karriere auf dem Höhepunkt beendete. Es sind drei Geschichten, die Takeshi Kitano in seinem neuesten Film erzählt: Geschichten von der Liebe - von ihrer Unabdingbarkeit wie auch ihrer Unmöglichkeit.

  "Dolls" beginnt mit Szenen aus dem "Bunraku", dem klassischen japanischen Puppentheater; aufgeführt wird "Meido no hikyaku" ("Der Bote zur Unterwelt") von Chikamatsu, die Geschichte zweier Liebenden aus Osaka, die gemeinsam in den Tod gehen, auf dass ihre Liebe ewig währe. Damit schlägt der Film seinen Grundton an: Denn so wie die Holzpuppen, die von jeweils drei schwarz gewandeten

  577 Wörter       3 Minuten
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