NÜCHTERN BETRACHTET: Semantik, Sympathie und Sahnetorte

Kultur | aus FALTER 12/03 vom 19.03.2003

Politiker haben es schwer: Sie gehen einem extrem aufwendigen Job nach, der einem allenfalls ein bisschen Zeit für Affären und Ehebruch lässt, aber schon das regelmäßige Querflöteüben oder Lesen schöngeistiger Literatur unmöglich macht. Ständig wird man für Budgetdefizite, Arbeitslosigkeit, Zugsverspätungen und das Wetter zur Rechenschaft gezogen, man muss Kläranlagen eröffnen und den Villacher Fasching besuchen. Irgendwie bin ich froh, dass das wer für mich erledigt. Dennoch muss man festhalten, dass die Sympathieträger in der heimischen Politik seit dem Ausscheiden von Bernhard Görg doch recht dünn gesät sind. Nun müssen Politiker ja nicht sympathisch sein, sondern bloß ihren Job machen. Wäre freilich der Umkehrschluss - je unsympathischer, umso professioneller - zulässig, dieses Land hätte wohl eine der fittesten Regierungen des ganzen Globus. Ich gestehe, dass ich über keinen Freundeskreis verfüge, in dem das 3-Säulen-Pensionsmodell den Gesprächsstoff für


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