Im Krafthaus

Stadtleben | CHRISTOPHER WURMDOBLER | aus FALTER 12/03 vom 19.03.2003

KÖRPER. Mit Pilates lassen sich Haltungsschäden und andere Probleme beheben.

Willst du meinen Bauch spüren?" Maria Balboni ist stolz auf ihr Powerhouse, die Stützmuskulatur im Bauchbereich, die für eine aufrechte Haltung verantwortlich ist. Ihr starkes Krafthaus hat sie jedoch nicht hartem Training im Fitnesscenter zu verdanken, sondern einem - ebenfalls harten - Trainingssystem, das vor über 70 Jahren der Tänzer Joseph Pilates entwickelt hat: Pilates' Ziel ist es, Muskeln symmetrisch aufzubauen, Bewegungen zu harmonisieren und neues Körperbewusstsein zu erlangen.

Das Ganzkörpertraining enthält Elemente aus dem Yoga, der Akrobatik und des Tanzes. Anhand von mehr als 500 Übungen wird die Muskulatur gedehnt und gleichzeitig gekräftigt. Trainiert wird Pilates entweder ohne Hilfsmittel auf der Matte oder an eigens entwickelten Geräten, die Namen wie "Wunderchair", "Universal Performer" oder "Electric Chair" haben und auch entsprechend aussehen. Für das Gerätetraining benötigt man private Sessions mit einen persönlichen Trainer. So wie mit Maria Balboni. Die 32-Jährige hat vom Tanz kommend in New York die original Pilates-Ausbildung bei einer Pilates-Erbin ("Authentic Pilates") absolviert: über 600 Ausbildungsstunden, von denen 200 fast ausschließlich der Sicherheit gewidmet waren. "Eine hervorragende Ausbildung ist wichtig", meint Balboni. Da Pilates nicht geschützt sei, könne sich jeder Pilates-Trainer nennen, "dabei ist die Verantwortung sehr groß". Das Training erfordert eine große Konzentration, ist nicht unanstrengend, doch dem Körper wird nicht durch stupide Wiederholungen oder Gewichte Unmögliches abverlangt. Nach ein paar Sessions hat man sich an die Bewegungsabläufe gewöhnt. Und wer was kann, weiß ein guter Trainer einzuschätzen: "Jeder Körper kann nicht alles." Hauptsache ein starkes Powerhouse.


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