Nathan der Böse

WOLFGANG KRALICEK | Extra | aus FALTER 12/03 vom 19.03.2003

LEBENSWERK. Am 19. März wird der US-amerikanische Schriftsteller Philip Roth siebzig. Sein umfangreiches, stark autobiografisch geprägtes Werk zeigt die verzweifelten und bitter-komischen Versuche von Männern, ihr Leben in den Griff zu kriegen - oder wenigstens gute Literatur daraus zu machen. 

Ich bin ein Theater, und nichts weiter als ein Theater.

Nathan Zuckerman in "Gegenleben"

Das aktuelle Buch von Philip Roth, der kurze Roman "Das sterbende Tier", endet mit einer mysteriösen Warnung. Der siebzigjährige Literaturkritiker David Kepesh, der Protagonist des Buchs, hat gerade einen Anruf von einer ehemaligen Geliebten erhalten, der eine Brust amputiert wurde; sie möchte, dass er sie besucht. "Gehen Sie nicht", rät ihm der anonyme Zuhörer, dem er seine Geschichte erzählt hat. "Denken Sie nach. Denn wenn Sie gehen, sind Sie erledigt."

  Gemeint ist damit vermutlich, dass Kepesh sich, wenn er jetzt geht, nie mehr von seiner hartnäckigen Obsession für diese junge Frau lösen können,

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