Die Herde der Betäubten

BERNHARD FETZ | Extra | aus FALTER 12/03 vom 19.03.2003

KULTURPESSIMISMUS. Aus dem Nachlass des 1998 verstorbenen William Gaddis ist nun ein letztes, schmales Buch veröffentlicht worden - eine grimmige Abrechnung mit der amerikanischen Ideologie des Alles-mehr-und-besser. 

Er gilt als das "missing link" zwischen der klassischen angelsächsischen Moderne (Joyce, Faulkner, Eliot) und der postmodernen amerikanischen Erzählliteratur, die mit den Namen Thomas Pynchon oder Don de Lillo verbunden ist. Mit Letzteren verbindet William Gaddis der Entwurf einer Welt, die in einen universellen Verblendungs- und Verschwörungszusammenhang verstrickt ist. Dabei geht es vor allem um zwei zentrale Themen: Geld und Justiz bzw. Recht. Gaddis' letzter großer Roman, "Letzte Instanz", im Original 1994 unter dem Titel "A Frolic of His Own" erschienen, beginnt mit dem Satz: "Gerechtigkeit? - Gerechtigkeit gibts im Jenseits, hier auf Erden gibts das Recht." Was folgt, ist eine 700 Seiten lange grandiose Satire auf das amerikanische Justizsystem mit einer Fülle

  1023 Wörter       5 Minuten
Bestellen Sie hier ein FALTER-Abo Ihrer Wahl inklusive Online-Zugang, um diesen sowie alle anderen FALTER-Artikel sofort im Volltext zu lesen.
Holen Sie sich hier Ihren Online-Zugang und lesen Sie diesen sowie alle anderen FALTER-Artikel sofort im Volltext.

Lesen Sie diesen Artikel in voller Länge mit Ihrem FALTER-Abo-Onlinezugang.

Passwort vergessen?
Bitte liken Sie den FALTER auf Facebook:

Diese Artikel könnten Sie auch interessieren:

×

Anzeige

Anzeige