Nichts für Patentanten

Extra | VERENA MAYER | aus FALTER 12/03 vom 19.03.2003

AUSTRALIEN. In ihrem Debüt, das Märchen und Mordstory souverän durcheinander schüttelt, zeichnet Chloe Hooper ein völlig unkitschiges Bild von Kindheit. 

Kinder in der Kunst sind meist etwas peinlich. Besonders anstrengend ist es, wenn sich ihr Auftreten mit dem verbindet, was man als "Kindermund" kennt - jener vorhersehbaren Schlichtheit des Ausdrucks also, die von Patentanten in den Rang von Orakelsprüchen gehoben wird und quälende Fernsehformate wie "Dingsda" hervorgebracht hat. Als Künstler lässt man jedenfalls von kindlicher Weisheit aller Art tunlichst die Finger, außer man ist Kindertheaterregisseur oder hat nichts zu verlieren. So wie die junge australische Schriftstellerin Chloe Hooper. Sie illustriert ihren Debütroman nicht nur mit krakeligen Kinderzeichnungen und erzählt eine Rahmenhandlung aus der Sicht von Tieren - Hooper schreckt auch nicht vor seitenlangen Dialogen von und mit Volksschulkindern zurück. Aber das ist nicht der einzige Grund, warum "Märchen eines


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