Auf Wiedersehen, Inder

Extra | STEFAN ENDER | aus FALTER 12/03 vom 19.03.2003

BOOKER PRIZE. Yann Martels "Schiffbruch mit Tiger" wird in zwei, drei Jahren wahrscheinlich zeichentrickverfilmt werden. Es geht um Gottsuche und Tiere. 

Der erste Teil des Buches ist bedingt schrecklich, der dritte, letzte, unbedingt. Der Schiffbrüchige liegt hier rekonvaleszierend in einem mexikanischen Krankenhaus, zwei Angestellte einer japanischen Versicherungsgesellschaft befragen ihn nach dem Unglückshergang. Autor Yann Martel bastelt hier eine Unterhaltung von boulevardkomödiantischer, linkischer Lustigkeit, die eine Verfilmung von Otto W. Retzer fast zwingend nahe legen würde. Schlussendlich soll auch noch das große Versprechen des Buchs - eine Geschichte zu erzählen, die "den Glauben an Gott geben wird" - eingelöst werden: Statt Erleuchtung stellt sich beim Leser jedoch lediglich matte Enttäuschung ein.

  Im ersten Teil seines hochgelobten und letztes Jahr mit dem Booker Prize ausgezeichneten Romans berichtet Martel von Kindheit und Jugend seines Helden, des Zoodirektorssohnes


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