Fortschreitende Verwesung

SEBASTIAN FASTHUBER | Extra | aus FALTER 12/03 vom 19.03.2003

AFGHANISTAN. Die in Frankreich lebenden Exilautoren Yasmina Khadra und Atiq Rahimi erzählen ganz unterschiedlich vom harten Leben in Kabul. 

Die afghanische Erde ist nur mehr Schlachtfeld, Arena und Friedhof. Die Gebete zerstäuben im Knattern der Maschinengewehre, die Wölfe heulen Abend für Abend den Tod an, und der Wind, wenn er sich erhebt, überantwortet das Lamento der Bettler dem Krächzen der Raben. Alles scheint durch einen namenlosen Fluch versengt, versteinert, zermalmt. Dann, ohne Vorwarnung am Fuß der Berge, die der glutheiße Wind gnadenlos kahl rasiert hat, taucht plötzlich Kabul auf ... oder das, was davon noch übrig ist: eine Stadt im Zustand fortgeschrittener Verwesung."

  Der Roman "Die Schwalben von Kabul" dokumentiert anhand zweier ineinander verwobener Liebesgeschichten die Zerstörung der afghanischen Hauptstadt und ihrer Kultur. Hinter seiner vorgeblichen Autorin, Yasmina Khadra, die so drastische Worte für das Chaos findet, verbirgt sich der algerische Autor

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