Drei Mal sterben

Extra | NINA HORACZEK | aus FALTER 12/03 vom 19.03.2003

ALGERIEN. Die beiden Schriftsteller Assia Djebar und Boualem Sansal beschreiben in ihren Büchern zwei vollkommen unterschiedliche Wirklichkeiten ihres Heimatlandes. 

Es muss zumindest zwei Algerien geben. Eines, in dem die Frauen heldenhaft sind und tapfer gegen das Böse - nämlich den Kolonialismus - kämpften, und eines, das arm, korrupt und abgewirtschaftet am Rande des gesellschaftlichen Kollaps steht.

  In ersterem hat die "Frau ohne Begräbnis" gelebt. Die 1916 geborene Zoulikha wird als außergewöhnliche Frau beschrieben, die in aller Stille unter den Frauen ihrer Stadt ein Widerstandsnetz gegen die französische Herrschaft knüpfte. Eine selbstbewusste Frau, die den Mut besaß, einer arroganten Französin, die die verschleierte Zoulikha herablassend "Fatima" nennt, "Pass auf, Maria!" hinterherzurufen. Eine, die kein Problem hatte, als Frau bei der Post zu arbeiten, und sich sogar scheiden ließ. Nach dem Tod ihres letzten Mannes überantwortete Zoulikha ihre beiden jüngeren


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