Im Schatten des Vaters

Extra | KIRSTIN BREITENFELLNER | aus FALTER 12/03 vom 19.03.2003

IRAN. Kader Abdolahs Roman "Die geheime Schrift" leistet Übersetzungsarbeit zwischen den Generationen, Kulturen und Regimen. Die Politik bleibt dabei weitgehend ausgeblendet. 

Wir sind zu zweit. Esmail und ich. Ich bin der allwissende Erzähler; Esmail ist Agha Akbars, des Taubstummen, Sohn."

  Für das Erzählen mancher Geschichten braucht es vereinte Kräfte - weil sie so schmerzhaft sind oder so kompliziert. Kader Abdolahs Roman "Die geheime Schrift. Die Notizen des Agha Akbar" nimmt seinen Ausgang in einem kleinen, abgeschiedenen Dorf am Fuße des Safranberges im Norden Persiens - einer fernen, märchenhaften und einstweilen noch wenig komplizierten Welt. Agha Akbar, jüngster Sohn einer sighe-Frau, der nicht erbberechtigten Zweitfrau eines Fürsten, wächst unter den Fittichen seines stolzen Onkels Kasem Chan auf, der ihn auf ungewöhnliche Weise schreiben lehrt - indem er ihn anweist, sich anhand einer noch von niemandem entzifferten Keilschrift in einer Höhle des Safranberges


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