Gefährliche Grapefruits

Extra | MARTIN DROSCHKE | aus FALTER 12/03 vom 19.03.2003

JAPAN. Aki Shimazaki beschreibt den Abwurf der Atombombe als Befreiung, Yoko Ogawa nimmt sich der ökologischen Katastrophe an. 

Nach wie vor wird die durch zwei Atombombenabwürfe erzwungene Kapitulation von 1945 als Schmach betrachtet. Deshalb wundert es nicht, dass die in Kanada lebende Aki Shimazaki den Roman "Tsubaki" (dt. Kamelie) nicht in ihrer Muttersprache, sondern auf Französisch geschrieben hat. "Tsubaki" bricht ein nationales Tabu, lobt die Autorin darin doch die Zerstörung Nagasakis als eine Wohltat für den damaligen Inselstaat.

  Die Protagonistin Yokiko, ein nach dem Krieg nach Kanada emigriertes Atombombenopfer, gesteht in ihrer posthum veröffentlichten Lebensbeichte den Mord an einem Patriarchen - ihrem Vater -, der im Einklang mit dem Sittenkodex des alten Kaiserreichs lebte. Da es tabu ist, eine Schwangere zu heiraten, verweigert er seiner großen Liebe die Ehe und dem gemeinsamen Kind die rechtliche Vaterschaft - ohne die Rolle des Bettgefährten aufzugeben. Es


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