Die kleinen Leute heute

Extra | TOBIAS HEYL | aus FALTER 12/03 vom 19.03.2003

MÜNCHEN. "Frl. Ursula", der nachgelassene Roman des im Vorjahr verunglückten Heiner Link, widmet sich mit barockem Erzählfuror jenen, denen außer Sex und Saufen nicht viel bleibt. 

Frl. Ursula sitzt an der Kasse des Supermarkts, und sie ist das, was man ein Superweib nennt. So etwas sagt man natürlich nicht in unseren Kreisen, wohl aber in den Vororten beispielsweise von München, und weil Frl. Ursula in einem solchen Vorort arbeitet, sollte es ausnahmsweise auch einmal hier erlaubt sein, über Superweiber zu schreiben - Frl. Ursula hätte vermutlich nichts dagegen. Sie hat ein Verhältnis mit einem Studenten, der noch bei seinen Eltern wohnt in einem dieser Einfamilienhäuser, die sich hinter Thujenhecken verschanzen. Dieser junge Mann ist der Held in Heiner Links letztem Roman.

  Es ist ein kurzer, schneller Roman, der vom Kontrast lebt zwischen der öden Kulisse eines Vororts, wie man ihn in unseren Breiten in der Peripherie jeder Großstadt finden kann, und dem unglücklich-ungehemmten


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