Husten im Hauptbahnhof

ERICH KLEIN | Extra | aus FALTER 12/03 vom 19.03.2003

MINIMALISMUS. In seinen "einschlafgeschichten" verarbeitet Friedrich Achleitner Tagesreste zu wunderbaren kurzen Texten, die Traum und Witz verbinden. 

Ein halb aufgeschlagenes Bett, quer drüber: "friedrich achleitner - einschlafgeschichten". Ein mild gestimmtes Alterswerk? Schreibt er jetzt Märchen? Der Schriftsteller und Architekturhistoriker als Softpornograph, wie es das weiße Cover mit der kaum benützten Bettstatt nahe legen könnte? Oder doch einer, der aufgestanden ist, weil er keinen Schlaf findet?

  Um es vorwegzunehmen: Das Buch ist genial, auch wenn nicht alle Geschichten gleich gut sind und die Groteske mitunter von geschmackvollem Humor gezähmt wird. Unspektakulär in den Mitteln, entfalten die fast hundert Prosastücke mit einem Umfang von höchstens zwei Seiten maximalen Effekt und erbringen den Beweis, dass "in der konkreten Dichtung noch immer was geht", wie Achleitner einmal sagte.

  Vordergründig begann die Dichterexistenz des 1930 geborenen Friedrich Achleitner

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