Der Zögling Zevi

Extra | KLAUS NÜCHTERN | aus FALTER 12/03 vom 19.03.2003

TRIEST. Der unter dem Pseudonym Anonimo Triestino verfasste Roman "Das Geheimnis" ist das rigorose Protokoll einer fruchtlosen Leidenschaft und braucht die zeitliche und räumliche Nähe zu Svevo und Joyce nicht zu scheuen. 

Erziehungs- und Sozialisationsdramen haben ganz gute Chancen in den schulischen Kanon aufgenommen zu werden. Hermann Hesses "Unterm Rad", Musils "Zögling Törleß" oder Torbergs "Schüler Gerber" sind Schulliteratur-Schulklassiker, von den großen negativen Erziehungsutopien von Huxley, Orwell und Golding einmal ganz zu schweigen. Der unter dem Pseudonym Anonimo Triestino verfasste Roman "Das Geheimnis" - entstanden zwischen 1926 und 1949, erstmals 1961 erschienen und in der ausgezeichneten Übersetzung von Christa Pock und Peter Rosei soeben wieder aufgelegt - zählt gewiss zu den besten der genannten Werke. Zum Fixbestandteil der über Jahrzehnte hinweg nahezu unveränderten Lese- und Referatslisten wird er freilich kaum avancieren.

  Eine Reihe von Gründe sprechen


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