Roll Over Xenophon

Extra | WENDELIN SCHMIDT-DENGLER | aus FALTER 12/03 vom 19.03.2003

KANON. In zwei Essaysammlungen blasen Italo Calvino und Umberto Eco den Staub von ihren Klassikern und machen Lust, diese erneut oder endlich überhaupt einmal zu lesen. 

Der Vergleich beider Bücher drängt sich auf: Beide erscheinen zur gleichen Zeit, bei beiden handelt es sich um Essays, die einem äußeren Anlass verpflichtet und nicht das Resultat planvollen Vorgehens sind, beide stammen aus der Feder weltberühmter italienischer Autoren, die sich durch ihre theoretischen Neigungen auszeichnen und mit ihren Romanen fest in den Köpfen jener beheimatet sind, die noch lesen. Mehr noch, auch die Überschneidungsmenge der Interessen an literaturtheoretischen Fragestellungen und an der Exempelreihe ist außerordentlich groß: Es geht um das Problem des Erzählens und um die Grundfragen des Lesens und damit auch des Deutens von Texten, Fragen, die, wenngleich nicht explizit, von der Sorge bestimmt sind, dass es um die schöne Literatur nicht gut bestellt ist und diese einem absehbaren Ende


Diese Artikel könnten Sie auch interessieren:


Anzeige

Anzeige