Gleichschaltung der Uhren

Extra | OLIVER HOCHADEL | aus FALTER 12/03 vom 19.03.2003

WISSENSCHAFTSGESCHICHTE. Der Harvard-Historiker Peter Galison zeigt, wie untrennbar um 1900 die Geburt einer neuen, hochabstrakten Physik mit konkreten Problemen wie der Synchronisierung von Uhren zusammenhing. Hebammen waren Albert Einstein und Henri Poincaré. 

Genies haben ja manchmal komische Vorstellungen. 1933 schlug Einstein bei einem Vortrag in der Londoner Royal Albert Hall vor, begabte junge Leute in Leuchttürmen einzuquartieren, damit sie, abgeschnitten vom Getöse der Welt und umgeben nur vom Getöse des Meeres, "über wissenschaftliche Probleme insbesondere mathematischer oder philosophischer Natur nachdenken" könnten. Ein weltfremder Vorschlag eines weltfremden Gelehrten? Aber hatte Einstein nicht selbst in seinem eigenen "Leuchtturm", dem Eidgenössischen Patentamt von Bern, ohne Kontakt mit der Fachwelt und durch bloßes Nachdenken die Newton'sche Vorstellung von der Absolutheit der Zeit verabschiedet?

   So erzählen es jedenfalls populäre Geschichten. Aber wie sollte


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