Mütterchens ewige Leiden

Extra | ERICH KLEIN | aus FALTER 12/03 vom 19.03.2003

LÄNDERKUNDE. Russland, das ist der Gulag, der Terror und die Mafia - so wollen es zumindest die bösen Klischees. Eine Reihe neuer Publikationen über das größte Land der Welt liefern kritische Diagnosen des gegenwärtigen russischen Seelenzustandes und belegen, dass die Klischees nicht ganz falsch sind. 

Die Juden sind schuld, lautete eine in Russland gern gegebene Antwort auf die Frage, wer für die heutige Misere verantwortlich ist: Sie hätten die Revolution angezettelt und das Land in den Abgrund geführt. Diese Antwort beschäftigte auch den heute 85-jährigen Alexander Solschenizyn, Literaturnobelpreisträger und Verfasser des "Archipel Gulag": Als er 1994 aus der Emigration nach Russland zurückkehrte, brachte er nicht nur Ideen mit, wie Russland wieder aufzubauen wäre, sondern auch ein umfangreiches Manuskript über die Rolle der Juden in der russischen Geschichte.

  Als "Zweihundert Jahre zusammen. Die russisch-jüdische Geschichte 1795-1917" im Jahr 2002 erschien, brach


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