Ins Herz der Finsternis

Extra | STEFAN LÖFFLER | aus FALTER 12/03 vom 19.03.2003

REISEREPORTAGE. Mit ihrem Buch über ihre erste Kongoreise wurde Lieve Joris berühmt. "Tanz des Leoparden", der Bericht über ihren zweiten Aufenthalt im vom Bürgerkrieg gebeutelten Land ist ein Dokument der Verstörung. 

Lieve Joris zögerte lange, ehe sie noch einmal in den Kongo reiste. Ihr Buch über ihre erste Reise hatte 1987 Kritiker wie Leser begeistert. Es war ihr Durchbruch als Schriftstellerin. Nun, zehn Jahre später, herrscht Bürgerkrieg. Als sie eintrifft, haben die Kindersoldaten Kabilas gerade die Hauptstadt Kinshasa eingenommen. Mobutu, der das Land mit seiner Clique drei Jahrzehnte lang ausgeraubt hat, war geflohen, seine bewaffneten Anhänger aber waren geblieben. An die Stelle von Chaos war Anarchie getreten.

  Lieve Joris ist keine Abenteurerin. Ihre Wohnung an einer Amsterdamer Gracht ("meine Zuflucht") wird als aufgeräumt, geradezu bieder beschrieben. "Aber wenn ich einmal unterwegs bin, sind die Bedenken verflogen", sagt sie. Kriegsreporter kamen in den Kongo,


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