Handschuhe galore

Extra | KARIN CERNY | aus FALTER 12/03 vom 19.03.2003

KULTURGESCHICHTE. Günter Erbe hat sich auf die Spuren der Dandys des 19. und 20. Jahrhunderts begeben, die ihr Leben als Kunstwerk zelebrierten  

Die großen Zeiten der Dandys sind versunken wie die Titanic. Ihre Lebensart scheint in unserer heutigen Welt, deren schnelllebige Moden von Pop- und Filmstars vorgegeben werden, endgültig auf Grund gelaufen. Und so meint auch Günter Erbe, der in seiner "Geschichte des mondänen Lebens" die berühmtesten Dandys des 19. und beginnenden 20. Jahrhunderts porträtiert, dass es etwas "Erzwungenes" habe, die glamouröse Figur des Dandys ins Massenzeitalter hinüberretten zu wollen.

  Diese These freilich hält den Kultur- und Literatursoziologen nicht davon ab, auf dem Buchklappenfoto wie ein altmodischer Dandy zu posieren: Anzug, tadellose Krawatte, stechend kühler Blick und ein leicht überhebliches Lächeln auf den Lippen. So muss der Dandy sein: stets ungerührt und gelangweilt von einer Welt, die er mit seiner Exzentrik überrascht. Wobei


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