Presseschau

Medien | Eva Weissenberger | aus FALTER 13/03 vom 26.03.2003

Sind die österreichischen Journalisten eigentlich alle mit dem Tyrannen per Du? Wurde er während seines Krieges gegen den Iran noch mit seinem vollen Namen, Saddam Hussein, angesprochen oder auch nur Hussein genannt, heißt der Diktator jetzt in fast allen Zeitungen nur mehr fetzig Saddam. Damit man ihn nicht mit dem früheren König Hussein von Jordanien verwechselt? Weil sein voller Name im dritten Krieg schon fad klingt? Weil der Teufel auch schlicht Lucifer heißt und keinen Nachnamen trägt? Weit gefehlt, sagt Rainer Prohaska vom Institut für Orientalistik: Im Arabischen gibt es keine Familiennamen. Jeder hat nur einen Namen, dem der Name seines Vaters und manchmal auch der seines Großvaters nachgestellt werden. Saddam heißt also wirklich nur Saddam, Hussein war sein Vater. Osama heißt nur Osama, Laden war sein Vater. ("Bin" steht für "der Sohn von", was im irakischen aber nicht gebräuchlich ist.) Noch ein Grund, warum der Hussein vielleicht immer öfter weggelassen wird: Der Name bedeutet "der kleine Schöne". Saddam hingegen heißt so viel wie "einer, der fest wo draufhaut".


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