Fernsehen

Medien | Julia Ortner | aus FALTER 13/03 vom 26.03.2003

Wenn es dunkel wird, und du dich so richtig vor dem letzten Horror-Schinken fürchtest, den du blöderweise angeschaut hast, kommt Onkel Thommy und bringt ein Lichtlein mit. So ähnlich hat Thomas Gottschalk dem Fernsehvolk erklärt, warum er seine Samstagabendshow diesmal wegen des Irakkrieges nicht ausfallen ließ. Gottschalk, der Mann, der uns allen das Licht bringt, war am Sendungsanfang erfrischend ehrlich. Der bekennend unpolitische Showprofi heuchelte erst gar keine falsche Betroffenheit, "Wetten dass" must go on. Bloß dann vergaß Thommy seine guten Vorsätze, so zu tun, als wär nix. Er smalltalkte mit Udo Jürgens nämlich nicht über dessen bizzares Sexleben - laut Bild soll der flotte 69-jährige Jürgens jetzt keine 14-jährigen Mädels mehr jagen -, sondern fachsimpelte mit ihm darüber, wie es einem Schlagerfuzzi gelingt, sich und seinem Publikum die Laune nicht von so einem Krieg vermiesen zu lassen. Auch die Schauspielerin Geraldine Chaplin durfte was Kritisches über die Oscar-Verleihung im Krieg absondern, Gottschalk schaute drein wie ein blondierter Dackel. Thomas, lass dein Friedenslicht beim nächsten Krieg lieber zu Hause und mach mal 'ne schöpferische Pause.


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