Warum ich versage

Vorwort | ARMIN THURNHER | aus FALTER 13/03 vom 26.03.2003

SEINESGLEICHEN GESCHIEHT. Im Krieg wird vom Kommentator gefordert, klare Position zu beziehen. Das kann ich nicht. 

Wenn dieser Krieg überhaupt eine erfreuliche Seite hat, dann die, dass er die Berichterstattung über die österreichische Innenpolitik aus den Medien verdrängt. Es hat etwas gespenstisch Erlösendes, nicht mehr pausenlos von einem Vizekanzler namens Herbert Haupt umnuschelt und nicht mehr permanent von einem Bundeskanzler Wolfgang Schüssel auf allen eingeschwärzten TV-Kanälen überlegen angelächelt zu werden.

  Dass dadurch Seelenfrieden einträte, wäre zu viel gesagt. Die dummdreiste Drolligkeit, mit der unsere Innenpolitik einem den Alltag vermiest, ist der Tragödie eines Kriegs allemal vorzuziehen. Die Demontage des Sozialsystems, der Ausverkauf öffentlichen Eigentums und die Zerstörung der öffentlichen Rede, die ich unseren regierenden Schwarz-Blauen oft genug vorgeworfen habe, sind natürlich Lercherln im Vergleich zu den schon jetzt zu beklagenden Opfern,


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