DOLM DER WOCHE: Jörg Haider

Politik | aus FALTER 13/03 vom 26.03.2003

Ein Urteil des Europäischen Gerichtshofes für Menschenrechte hatte es einem Journalisten einst gestattet, Jörg Haider einen "Trottel" zu nennen. Wie würden die weisen Richter wohl über Jörg Haiders neues Buch urteilen? Nur einen Tag vor Ausbruch des Irakkrieges veröffentlicht der Repräsentant eines österreichischen Bundeslandes sein völlig unkritisches Tagebuch über sein Stelldichein mit dem irakischen Massenmörder. Haider schildert, wie er vom Terrorregime mit Gemälden und Zigarren beschenkt wird, er gibt sich beeindruckt von Husseins "scharfer Logik und seinen klaren Argumentationslinien" und dessen "konsequentem Einstehen für das, was er die arabische Nation nannte". Haider ist entrückt, ("Papst Johannes Paul und ich sind entschiedene Kriegsgegner"), vielleicht sogar verrückt geworden. Sein Buch mit den vielen Bildern ist der Beweis. Bleibt die Frage: Wann sind Haiders Tage gezählt?


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