Die, die hinschauen

Politik | FLORIAN KLENK | aus FALTER 13/03 vom 26.03.2003

Er lebt unter uns. Manchmal tarnt er sich als Zuckerbäcker, dann stellt er "Eisneger" oder "Negerbrot" in die Auslagen. Manchmal trifft man ihm beim Bummel durchs "Kunstforum", wenn in der Ausstellung über den Maler Emil Nolde zu hören ist, dass er ein "begeisterter Anhänger der Kultur der Neger" war. Auch in Wiens U-Bahnen steigt er gerne zu. Da protzt er in Gestalt eines Kontrollors damit, dass "Neger vor ihm kriechen", wenn sie ihre Fahrscheine nicht dabei haben. Manchmal schaut er aus den Zeitungsspalten. Im Blatt Wiener Sport am Montag spottet er dann in Gestalt eines Kommentators über Fussballer wie "Zumpfomirovic und Zulu Lulu", die keine österreichischen Nachwuchsspieler, sondern "eher Bosniergln und Afferikaner" seien.

  Der Wiener Rassismus, dieses unaufgeklärte und unausrottbare Wesen, ist allgegenwärtig. Auf öffentlichen Plätzen, in Wachstuben, Arztpraxen, bei der Rettung, in Zügen und U- Bahnen. Vor allem aber bei Job- und Wohnungsvermittlern. Sein Gesicht wechselt


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