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Kultur | DREHLI ROBNIK | aus FALTER 13/03 vom 26.03.2003

FILM. Brian DePalmas Erotikthriller "Femme fatale" macht das Zuschauen kompliziert und die Zuschauer zu Komplizen. 

Wie alle Erotikthriller bedient "Femme Fatale" ein begehrliches Sehen-Wollen; auf prekäre Weise aber lässt er "alles" sehen, und das heißt "mehr" und "zu viel", heißt: reizvolle Bilder ebenso wie das, was zwischen und hinter ihnen ist. Zu Beginn haben zwei Frauen - ein Model und die Titelfigur (Rebecca Romijn-Stamos) - heimlich Sex auf einer Toilette. Dieser Anblick ist Teil eines komplex orchestrierten Juwelenraubs, von dem wir alle Details zu sehen kriegen - aber so, dass sie eher voneinander ablenken, anstatt orientierende Zusammenhänge zu bilden.

  Zwischen den Bildern von "Femme fatale" verlaufen Ablenkungen und Relativierungen, Aufschübe und Brüche, auch Verdoppelungen: Zweimal springt der haarsträubend vertrackte Plot via Insert in ein "Sieben Jahre später"; zweimal stürzt die Femme fatale in die Tiefe; auch ihre Begegnung mit ihrer Doppelgängerin wiederholt


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