KUNST KURZ

Kultur | NICOLE SCHEYERER | aus FALTER 13/03 vom 26.03.2003

Eines der aktuellsten künstlerischen Statements zum Krieg ist in Wien derzeit in der Galerie Meyer Kainer zu finden. Wenige Tage vor den ersten Angriffen auf den Irak hat dort der Kalifornier Raymond Pettibon ein allegorisches Wandbild (bis 15.5.) gemalt: Im Zentrum des makabren Gemäldes steht ein klassischer nackter Jüngling ohne Kopf, der eine US-Flagge um die Hüften geschlungen trägt und mit einem vor Blut triefenden Baseballschläger weit ausholt. Auch aus seinem steifen (kriegsgeilen oder verletzten?) Penis spritzt roter Saft. Einer anderen, in Rückenansicht gezeigten Männerfigur hat Pettibon eine Zielscheibe auf den Hintern gemalt. Die Gestalten umgeben Textelemente, die mit der Frage "Why does he hate us so?" überschrieben sind. "Weil er der Präsident ist", "Weil du eher marschieren als kämpfen würdest" oder "Weil er kann" lauten einige der vielen Antworten. Eine Art Bildrätsel: Soll der blutrünstige, antike Baseballspieler George Bush darstellen? Zielt dieser auf den


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