Stadtrand: Frühlingshindernis

Stadtleben | aus FALTER 13/03 vom 26.03.2003

Vergangene Woche wurden auf dieser Seite Überlegungen dazu angestellt, wieso jedes Jahr zum Frühlingsbeginn die Wiener Innenstadt in einen Hindernisparcours verwandelt wird. Kärntner Straße, Stephansplatz, Graben und Kohlmarkt lassen sich seit einiger Zeit (und erfahrungsgemäß noch einige Zeit) nämlich nicht mehr direkt begehen. Im Stadtzentrum stehen nicht nur Touristengruppen, Maronibrater, Schanigärtchen und wandelnde Reklametafeln ("Geile Weiber im Big Apple", rief neulich abends einer, im Ernst!) im Weg herum, sondern vor allem rot-weiß-rote Absperrzäune. Was soll das denn? Eine ganz besondere Form von Patriotismus (rot-weiß-rot)? Eine Idee der ansässigen Geschäftsleute, die erreichen wollen, dass die Passanten näher an den Schaufenstern vorbeilaufen (Kaufkraftzuführung)? Aufbauten für eine Art Marathon mit Hindernissen (Vienna City Hürdenlauf)? Oder sollen die Zäune ganz einfach die wunderschönen Fuzo-Betonplatten schonen, weil sie von den Passanten zu sehr beansprucht werden? Letzteres ist gar nicht so abwegig: Der typische Wiener Frühling mit Hindernissen kommt daher, dass die Fugen zwischen den Platten regelmäßig gewartet werden müssen. Sonst bleibt womöglich noch wer mit dem Absatz im Weltkulturerbe stecken - und wer will das schon? C. W.


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