Gobelins des Lebens

Stadtleben | CHRISTOPHER WURMDOBLER | aus FALTER 13/03 vom 26.03.2003

ALLTAGSKULTUR. Eine neue Ausstellung im Museum für Volkskunde befasst sich mit Unterwäsche in der Sowjetunion. 

Für mich ist Unterwäsche wie eine Kommunalwohnung. Die Art, wie sie in den Eimern tagelang gekocht wird, dann getrocknet wird, wie alle in ihr herumgehen. Nichts Intimes, nur Kommunalwohnung." Ein Zitat, das in der Ausstellung "Körpergedächtnis" zu lesen ist. Andere Geschichten handeln von peinlichen Erinnerungen an unerotische Momente, an Strumpfbänder, Unterhosen ohne Gummibänder oder den Büstenhalter der Mutter. "In Russland wollen die Leute im Museum immer lesen", erzählt Ekaterina Degot. Gemeinsam mit Julia Demidenko hat die Moskauer Kuratorin die Ausstellung über Wäsche und deren Benutzer zusammengestellt, "Unterwäsche einer sowjetischen Epoche", lautet der Untertitel der St. Petersburger Wäscheschau. Die ist jetzt erstmals außerhalb Russlands zu sehen: Das Museum für Völkerkunde widmet sich bis August dem spannenden Thema Sowjetwäsche und Gesellschaft


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