Hoffnungslos heterosexuell

Stadtleben | WOLFGANG PATERNO | aus FALTER 13/03 vom 26.03.2003

SZENEFIGUR. Die vielen Leben der Christa Urbanek: Sesselkleberin im Amt, Autogrammsammlerin, Realsatirikerin, Dradiwaberl-Faktotum. Darüber hinaus FKK-Fan, Puffmutter und Expertin in Sex- und Liebesangelegenheiten. 

Am 20. Dezember 1992 beginnt für Christa Urbanek wieder einmal ein neues Leben. Urbanek, Sachbearbeiterin für sämtliche Angelegenheiten jener Wiener Pensionisten, die am 16. Tag des Monats geboren wurden, schließt ihr Zimmer ab, satt der Pensionendurchrechnerei. 20. Dezember 1992, 17.05 Uhr: Vollzug des Dienstaustritts, abschließende Dienstbeschreibung "gut", einvernehmliche Trennung vom Amt nach 27 Jahren. Urbanek, Personalnummer 2764 in der Pensionsversicherungsanstalt der Arbeiter, Roßauer Lände 3, quittiert den Dienst nach über einem Vierteljahrhundert. Und schließt die Tür ab, Zimmer 425, 4. Stock.

  "Kabaretteuse & Schauspielerantin" steht heute auf ihrer Visitkarte. In vier Solos war Urbanek, 56, bislang zu sehen, bekannt wurde sie durch die Realsatire "Kennwort


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