TIER DER WOCHE: Bombenform


PETER IWANIEWICZ
Stadtleben | aus FALTER 13/03 vom 26.03.2003

Worüber kann eine Tierkolumne berichten, in mordsmäßigen Zeiten wie diesen? Bei der Invasion in Afghanistan sandten Tierschutzorganisationen noch regelmäßig Pressemeldungen zu den durch den Krieg ebenfalls bedrohten Schneeleoparden und über einen alten, unterernährten Löwen im Zoo von Kabul aus. Angesichts des angloamerikanischen Overkills und der zynischen Berichte über "smarte" Waffen und "saubere" Bomben bleiben jetzt die Informationen zur Situation der Tiere im Kriegsgebiet aus. Absurdes Detail am Rande: Die Erfindung von Explosionswaffen ist keineswegs eine menschliche "Kulturleistung". Es gibt tatsächlich ein kleines Insekt, das durch eine raffinierte chemische Reaktion ein ätzendes, 100 Grad Celsius heißes Gasgemisch mit lautem Knall seinen Feinden entgegenschleudert. Der auch in Österreich vorkommende Bombardierkäfer (Brachynus explodens) produziert in seinem Hinterleib Wasserstoffperoxyd und Hydrochinon. Ersteres kennt man als Haarbleichmittel, Chinone kommen in der

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