Geruch der Befreiung

PATRIK VOLF | Vorwort | aus FALTER 14/03 vom 02.04.2003

KOMMENTAR. Der Aufbau des Irak wird ein internationales Engagement brauchen. Die notwendige Basis fehlt jetzt schon: die Legitimität des Krieges. 

Stellen wir uns vor, es ist Herbst. Stellen wir uns vor, sie hatten Recht. Die Schlacht ist geschlagen, das Regime gestürzt, über Bagdad wehen Stars and Stripes und Union Jacks. Darunter liegen Tote, Asche, Rauch und Dreck. Der Geruch jeder Befreiung.

  Demokratie und Wohlstand sollen einziehen, wenn es nach den Bekenntnissen der Architekten des Regimewechsels geht. Die Voraussetzungen dafür sind fatal. Und das sind sie nicht deshalb, weil aus dem irakischen Öl kein Wohlstand zu lukrieren wäre oder die Menschen im Mittleren Osten nicht demokratiefähig wären. Vielmehr fehlt der Nachkriegsordnung jene Basis, die erfolgreiche Interventionen brauchen: internationale Legitimation. Umso mehr in einer Region, wo sich die Politik davon nährt, dass die Advokaten der internationalen Ordnung es mit dem Recht nicht allzu genau nehmen und die als

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