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Politik | aus FALTER 14/03 vom 02.04.2003

Die Auswirkungen des Kindergeldes wurden nun wissenschaftlich untersucht. Wer hatte Recht? Die schwarz-blauen Familienpolitiker, die allen Müttern mehr Wahlfreiheit und weniger Geldsorgen versprochen hatten? Oder die rot-grünen Frauenrechtlerinnen, die im Kindergeld eine "Frauenfalle" gesehen hatten? Beide. 15.000 junge Mütter - darunter Studentinnen, Bäuerinnen, (Schein-) Selbstständige - die früher leer ausgingen, bekommen nun auch etwas, alle kriegen jetzt mehr Geld. Mit der Betonung auf jetzt. Denn ein anderer Effekt des Kindergeldes wird Fraueneinkommen auf lange Sicht senken. Füher ging mehr als die Hälfte der Mütter wieder arbeiten, bevor ihre Kinder zweieinviertel Jahre alt waren, heute ist es nur mehr ein gutes Drittel. Damit haben die anderen zwei Drittel ihren alten Job verloren, denn vor Kündigung sind sie nur zwei Jahre geschützt. Auch wenn sie nach ein paar Jahren zu Hause wieder Arbeit finden - was schwer sein wird -, im Alter wird sich die Auszeit rächen. Denn eine anständige Pension bekommt künftig nur mehr, wer vierzig Jahre durchgehend verdient hat: Männer. Ging früher schon kaum ein Vater in Karenz, ist die Zahl nach Einführung des Kindergeldes weiter gesunken. Nur eine Gruppe kann Kind und Karriere nun besser vereinbaren: Gut ausgebildete Frauen nützen die besseren Möglichkeiten, dazuzuverdienen. E. W.


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