Ein neues Vietnam?

Politik | STEFAN LÖFFLER | aus FALTER 14/03 vom 02.04.2003

IRAKKRIEG. Der deutsche Kriegsforscher Herfried Münkler über die Logik des Irakkrieges und die Folgen seiner Inszenierung als "Medienevent". 

Herfried Münkler, Politologe an der Humbold Universität in Berlin, ist einer der renommiertesten Kriegsforscher Deutschlands. In seinem letzten, 2002 erschienenen Buch "Die neuen Kriege" (Rowohlt) zeigt Münkler, wie Bürgerkriege, die zum Teil seit Jahrzehnten schwelen, in den Kriegsökonomien der Warlords verfangen sind und warum zwischenstaatliche Kriege wie jener im Irak wegen ihrer hohen Kosten eher die Ausnahme darstellen.

Falter: Herr Professor, hatten die USA eine Alternative zu diesem Krieg?

Herfried Münkler: Nein. Militärisch war der Point of no Return um den Jahreswechsel überschritten. Politisch bestand die Notwendigkeit zu handeln seit 1993, als sich herausgestellt hat, dass der innere Putsch gegen Saddam Hussein, den sich die Amerikaner gewünscht hatten, wohl nicht stattfinden wird. Es gab zwar Putschversuche, aber sie sind alle


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