WIENZEUG

Politik | aus FALTER 14/03 vom 02.04.2003

Verschwundene Nachbarn Seit vergangener Woche läuft im Sigmund Freud-Museum eine Ausstellung mit dem Titel "Freuds verschwundene Nachbarn". Dabei geht es nur am Rande um den bedeutenden Psychologen. Primär befasst sich die Schau mit den sieben weiteren Familien, die mit Freud das Haus in der Berggasse 19 bewohnten und so wie er selbst von den "Arisierungen" der Nationalsozialisten betroffen waren. Angefangen bei den Enteignungen ab 1938 bis hin zu Emigrationsversuchen und Deportationen werden die Biografien dieser Familien anhand von Dokumenten, Notizbüchern und anderen Quellen aufgerollt. Die Ausstellung soll zur Neuaufarbeitung der zaghaften Entschädigungszahlungen des Staates beitragen, da sich Österreich nach wie vor zu sehr in der Opferrolle gefiele. Außerdem erhoffen sich die Veranstalter in Zukunft mehr Besucher im Freud-Museum. Bisher war die Begeisterung der Wiener dafür eher begrenzt.

Von 26. März bis 28. September, Sigmund Freud-Museum, 9., Berggasse 19, www.freud-museum.at

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