Kommentar: Problem Rabenhof. Ein Lehrstück

Kultur | WOLFGANG KRALICEK | aus FALTER 14/03 vom 02.04.2003

Vergangene Woche wurde bekannt gegeben, dass die nächste Produktion im Rabenhof auf den Herbst verschoben wird. So etwas kommt zwar in den besten Häusern vor. Wenn es aber im Rabenhof passiert, kann man darauf wetten, dass eine gröbere Krise dahinter steckt; schließlich ist dieses Theater seit Jahren ein permanenter Krisenfall.

Offiziell tun sämtliche Beteiligten so, als wäre nichts Besonderes passiert, und das stimmt ja auch: Der Rabenhof steht bloß zum dritten Mal innerhalb von wenigen Jahren vor dem Ruin. Zuerst hatte das Theater in der Josefstadt seine in einem Erdberger Gemeindebau betriebene Bühne aus finanziellen Gründen geschlossen; dann, vor zwei Jahren, hatte sich der Regisseur Karl Welunschek handstreichartig des Theaters angenommen und innerhalb weniger Monate einen beachtlichen Schuldenberg angehäuft; schließlich rang sich das Kulturamt der Stadt Wien dazu durch, für geordnete Verhältnisse zu sorgen: Die Schulden wurden übernommen, und der aus einer Ausschreibung


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