"Ich bin ein Racheengerl"

Kultur | WOLFGANG KRALICEK und KLAUS NÜCHTERN | aus FALTER 14/03 vom 02.04.2003

THEATER. Elfriede Jelineks monströses Stück "Das Werk", das demnächst uraufgeführt wird, hat ein monströses Thema: die Errichtung des Wasserkraftwerks Kaprun und die dabei zu Tode gekommenen (Zwangs-)Arbeiter. Mit dem "Falter" sprach die Autorin über ihren Hass auf Österreich, über Hermann Maier und onanierende Panda-Bären. 

Beim Bau des 1955 fertig gestellten Wasserkraftwerks in Kaprun ließen nach offiziellen Angaben 160 Arbeiter ihr Leben. Beim katastrophalen Seilbahnunglück von Kaprun am 11. November 2000 verbrannten 155 Menschen im Tunnel zum Kitzsteinhorn. Für Elfriede Jelinek waren die beinahe identischen Opferzahlen Impuls genug für zwei Theaterstücke, die zusammen 250 Seiten umfassen.

  "In den Alpen", vergangenen Oktober in einer Inszenierung von Christoph Marthaler an den Münchner Kammerspielen uraufgeführt, ist ein makabres Requiem, das Jelinek aus fiktiven Stimmen der Seilbahntoten und einem Text von Paul Celan ("Gespräch im Gebirg") collagiert hat. Das zweite,


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