Clubben mit Büchner

PETRA RATHMANNER | Kultur | aus FALTER 14/03 vom 02.04.2003

THEATER. Das neue, internationale Theaternetzwerk Theorema zeigt im WUK eine trashige "Trilogie der Jugend". 

Prinz Leonce hat ein Drogenproblem, und Prinzessin Lena ist eine Schlampe. Aus dem dereinst königlichen Paar sind vom Wohlstand verwahrloste Jugendliche von heute geworden. Sie hängen in einem abgefuckten Club ab, in dem ihr ehemaliger Diener Valerio den Szenewirt gibt. Wenn die Langeweile allzu groß wird, zupfen die drei ein wenig auf der E-Gitarre, grölen ein paar Songs ins Mikro - oder sie spielen Büchner; Szenen aus dem Lustspiel "Leonce und Lena" tauchen als Spiel im Spiel auf.

  "Chez Pipo", so der Titel der clubtauglichen Klassikeradaption, ist erster Teil einer "Trilogie der Jugend" im WUK. Teil zwei prüft die Hipness von Dostojewskis Roman "Der Idiot"; abgeschlossen wird die Trilogie kommenden November mit "Venezuela" - da wird es dann um die Todessehnsucht junger Schnösel gehen.

  "Das Lebensgefühl der jeunesse dorée interessiert uns", sagt Trilogie-Regisseurin

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