Orchidee und Onanie

Kultur | MICHAEL LOEBENSTEIN | aus FALTER 14/03 vom 02.04.2003

FILM. Charlie Kaufman und Spike Jonze, die Köpfe hinter "Being John Malkovich", erzählen in "Adaptation" von den Widrigkeiten des Geschichtenerzählens. 

So genannte Cameos, also Gastauftritte prominenter Personen in Filmen, gehören zum Gagrepertoire zeitgenössischer Komödien. Merkwürdig wird es aber immer dann, wenn sich die Katze in den Schwanz beißt und die Realität beginnt, die Fiktion aufzufressen. "Being John Malkovich" (1999), geschrieben von Charlie Kaufman und inszeniert von Spike Jonze (dem Kopf hinter der Hardcore-Spaß-TV-Serie "Jackass"), war so ein Film: Der "reale" Malkovich spielt darin sich selbst als fetischisiertes Objekt einer Gruppe Identitätssuchender, die kurzerhand in seinen Kopf einsteigen, um "Malkovich" zu werden.

  "Adaptation", der jüngste Film des Teams Kaufman/Jonze, beginnt buchstäblich dort, wo "Malkovich" aufgehört hat. Charlie Kaufman (gespielt von Nicholas Cage) verzweifelt am Set des Films und landet nach einem irren Assoziationstrip durch


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