KUNST KURZ

Kultur | NICOLE SCHEYERER | aus FALTER 14/03 vom 02.04.2003

An einem Ende der "Flaniermeilen" des quartier21 befindet sich eine unvermietete Halle, der so genannte Freiraum, für den bei der Eröffnung im Herbst des Vorjahres noch kein Zweck feststand. Das hat sich nun geändert: Die MQ-Sponsoren Erste Bank und Wiener Stadtwerke lassen 90.000 Euro für zukünftige Ausstellungsprojekte im Freiraum springen. Das Programm wird Vitus H. Weh für ein Jahr lang betreuen, seine Auswahl will er dabei auf Ausstellungen zu gesellschaftlichen, kulturellen und politischen Themen beschränken. Wer eine Idee hat, kann sich formlos an weh@pvl.at wenden.

  Auf Einladung von Weh stellt zurzeit die deutsche Künstlergruppe finger im Freiraum aus, die auch schon auf der Manifesta in Frankfurt vertreten war. Unter dem Titel "Evolutionäre Zellen - selbstbeauftragtes Gestalten gesellschaftlicher Perspektiven" präsentieren die vier finger-Mitglieder sämtliche der 312 Einreichungen eines Wettbewerbes, bei dem sieben Antworten auf die Frage "Wie gestalten Sie Ihre Gesellschaft?" prämiert wurden. Unter den Preisträgern befand sich auch das Projekt "adopted", das Europäern Pateneltern in der Dritten Welt vermittelt. Dabei handelt es sich selbstverständlich um kein Hilfsprogramm, sondern um einen Kulturtransfer zwischen Berlin, Bankok, Johannesburg und anderswo. 3000 Euro Preisgeld erhielt auch die Flüchtlingsinitiative Brandenburg e.V., die ausschließlich aus Asylbewerbern und Flüchtlingen besteht. Die Gruppe kämpft seit drei Jahren gegen Rassismus und die "Residenzpflicht" im deutschen Brandenburg, die zum Verlassen des Bundeslandes einen genehmigten Urlaubsschein vorschreibt.


Diese Artikel könnten Sie auch interessieren:


Anzeige

Anzeige