NÜCHTERN BETRACHTET: I've got a Butterbrot in my head

Kultur | aus FALTER 14/03 vom 02.04.2003

Montag, 31.3., 8.27 Uhr: Keine 24 Stunden mehr, und ich habe es geschafft! Eine Woche voller Tees, Säfte, einlagenloser und glutamatfreier Gemüsebouillons, eine Woche voller Askese, Ekstase, Grenzerfahrungen und Visionen. Gut die Hälfte davon ist übrigens gelogen. Wahr ist, dass ich seit Dienstag der Vorwoche nur mehr Flüssiges zu mir nehme. Ich habe mich mit Fastentee, Eisenkrauttee, Thé à la menthe eingedeckt und mir eine Stahldoppelwandthermosflasche gekauft (die letzten beiden kann man auch in Zeiten geregelter Nahrungsaufnahme benutzen). Hernach habe ich mir bei der Nazireformhaustante eine mit einem Schächtelchen kostenloser Kräuter-Brühwürfel zum Sonderangebot hochgejazzte Packung Erntesegen Gemüsebrühwürfel besorgt. Nachdem uns in den letzten Wochen in Funk, Fernsehen und Kirche mit Fasten-Features das Gehirn gewaschen wurde - und das hält jetzt noch mindestens bis in die Karwoche an -, muss ich hier, als einer der wenigen, die wirklich dabei gewesen sind, wohl ein

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