PHETTBERGS PREDIGTDIENST: Ein Staatsanwalt 2003

Stadtleben | aus FALTER 14/03 vom 02.04.2003

... keiner wird mehr den anderen belehren, sie

werden nicht zueinander sagen: Erkennt den Herrn!, sondern sie alle, Klein und Groß, werden mich erkennen - Spruch des Herrn ...

Jer 31,31-34 (1. Lesung am 5. Fastensonntag eines Lesejahres B)

Es handelt sich um den Saal 204 des Straflandesgerichtes Wien am 27. März 2003. Der Angeklagte trägt einen jüdischen Namen, will die ständige Aufenthaltserlaubnis in den USA, kann diese aber nicht kriegen, weil ein politisches Strafverfahren in Österreich seit 10 oder 15 Jahren gegen ihn angestrengt wird, er also zur Fahndung ausgeschrieben ist und daher kein Leumundszeugnis vorlegen kann. Er wusste aber gar nicht, dass nach ihm gefahndet wird, es war das erste Mal, dass er ein Leumundszeugnis brauchte. Daher meldete er sich bei Gericht und bat um das Verfahren, damit er ein Leumundszeugnis vorlegen könne. Es war ein Drei-Minuten-Prozess, der Beschuldigte war ja gar nicht gekommen, er befindet sich in New York. Er gestand die "Tat" brieflich, die


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