Bruchs Bruchlandungen

Stadtleben | WOLFGANG PATERNO | aus FALTER 14/03 vom 02.04.2003

LEBENSKÜNSTLER. Wenn das Leben zum Kunstwerk wird: Martin Bruch, ein sympathischer Tiroler in Wien, dokumentiert seine Hinfaller. Oder rollt, in prächtiger Eintönigkeit, durch die Welt. 

Dies ist die Geschichte des Martin Bruch, der am 12. Dezember 1996, 18.58 Uhr, vor der dm-Filiale Mariahilfer Straße 91 zu Fall kommt. Der in seiner Wohnung, Margaretenstraße 108, Tür 15, vom Sessel fällt. 28. April 1997, 0.55 Uhr. Der auch in der Schönbrunner Straße, in der Schrankgasse, in der Keinergasse, in der Weyringerstraße zu Boden stürzt. Der am 24. November 1997 auf der Lindengasse, Ecke Andreasgasse, rücklings daliegt. 22.16 Uhr, hoch oben leuchtet in dunkler Nacht "Hong Kong Dim Sum".

  Am 22. Mai 1996 wird Martin Bruch, heute 41 und seit einem Jahrzehnt an Multipler Sklerose erkrankt, durch die damit einhergehenden massiven Gleichgewichts- und Gehstörungen auch unwillentlich oft und oft zu Boden geworfen, zum Fachmann für die Froschperspektive: Bruch, wieder einmal zu ebener


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