FERNSEHEN

Medien | JULIA ORTNER | aus FALTER 15/03 vom 09.04.2003

Abkupfern ist keine Schande, aber wenn man sich schon etwas abschaut, sollte man es zumindest nicht schlechter machen. An diese alte Journalistenweisheit hätten sich die ORF-Unterhaltungsmenschen beim Abkupfern für ihr neues Spaßformat "Echt fett" und den Latenight-Talk "Bei Stöckl" besser auch halten sollen. So leiden die Sketche nicht nur daran, dass "Taxi Orange"-Gewinner Max (jetzt mit Haaren im Dackelfell-Look) nicht lustig und ein inferiorer Bauernbühnenschauspieler ist, sondern auch an der schlichten Tatsache, dass "Echt fett" eine billige Kopie des schrägen britischen "trigger happy TV" ist - und dort hat man schon diverse Gags besser gesehen. Auch Barbara Stöckl hat es mit ihrer Quatsch-Show nicht leicht, den deutschen Vorbildquasslern Kerner oder Beckmann nachzueifern. Zu brav, zu fad sitzt die Nächstenliebeexpertin vor so spannenden Gästen wie Wolf Haas und fragt öde Allgemeinplätze ab. Sogar eine "Help TV"-Tante wie Stöckl hätte mit dem Sexsymbol der lesenden Österreicherin ein bissl flirten müssen. Und ihre liebe alte Bekannte Marianne Mendt dafür etwas härter anpacken sollen. So gabs halt nur eine Art Seniorenclub-Gespräch.


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