"Ich mag Sie, Herr Autor"

KLAUS NÜCHTERN | Kultur | aus FALTER 15/03 vom 09.04.2003

LITERATUR. In "Papiertiger" nimmt sich Radek Knapp Freud und Leid eines frisch gebackenen Jungautors an. 

Mit seinem Debüt "Franio", einer Sammlung von pfiffig pittoresk aufpolierten Dorfgeschichten in charmantem Tonfall eines längst verschollenen Erzählens, hat der aus Warschau gebürtige und in Wien lebende Radek Knapp 1994 für einiges Aufsehen gesorgt und den (jeweils an das beste deutschsprachige Prosadebüt vergebenen) "Aspekte"-Literaturpreis errungen. 1999 folgte dann sein Roman "Herrn Kukas Empfehlungen", der im Wesentlichen die Langfassung einer bereits 1997 erschienenen Kurzgeschichte war. Und nun legt Knapp eine "Geschichte in fünf Episoden" mit dem Titel "Papiertiger" vor: knapp 150 Seiten in groß und locker bedruckten Seiten.

  Der Protagonist des Buches, ein gewisser Walerian Gugania, ist knapp dreißig Jahre alt und von wachsendem Schamgefühl darob befallen, "bis dahin keine außergewöhnlichen Taten in seinem Leben vollbracht zu haben". Er schlägt sich mit Gelegenheitsjobs

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