The Big After-Shock

DREHLI ROBNIK | Kultur | aus FALTER 15/03 vom 09.04.2003

FILM. In der Stephen-King-Verfilmung "Dreamcatcher" werden dauerpubertierende Telepathen von rektal geborenen Aliens befallen. 

Halli, hallo, wer sitzt am Klo? Es ist Jason Lee mit schicker Hornbrille. Er bemüht sich, den Klodeckel geschlossen zu halten, unter dem es sinister rumpelt, und sich zugleich so weit nach vorn zu beugen, dass er einen seiner auf den blutverschmierten Boden gefallenen Zahnstocher aufheben kann, an denen er so gern kaut. Die Szene bringt einige Elemente von Lawrence Kasdans Stephen-King-Verfilmung "Dreamcatcher" mit gebotener Deutlichkeit auf den Punkt: den Alien-Invasions-Plot, der einen anfangs mysteriösen Parapsychothriller zum Monstermovie macht; eine Ästhetik des Ekels und body horror, zugespitzt auf Szenarien, in denen das Fremde wurmförmig und die sensibelste Stelle eines Mannes der After ist; ostentatives Festhalten an identitätsstiftenden burschikosen Ritualen und Marotten, vom manischen Zahnstocherkauen bis zur Nutzung des Urinstrahls zum Schreiben

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