Wilde Mädchen

Stadtleben | JULIA ORTNER | aus FALTER 15/03 vom 09.04.2003

GIRL CULTURE. Junge Mädchen türkischer Abstammung treten jetzt in Wien als erste weibliche Saz-Band auf und wollen beweisen, dass Frauen das traditionell männliche Instrument genauso gut spielen: Emanzipation im Alltag. 

Der Papa war verrückt nach dem Saz-Spielen, alle Onkel haben das traditionelle türkische Saiteninstrument beherrscht. "Das will ich auch lernen", dachte sich Ümran vor sieben Jahren und ging in einen Saz-Kurs. Mittlerweile ist die fünfzehnjährige HAK-Schülerin schon so etwas wie ein Profi auf dem Instrument, das aussieht wie eine bauchige Mandoline. Sie wollte spielen können wie die türkischen Buben, von denen viele schon von klein auf täglich stundenlang Saz üben - genauso wie ihre Väter und Großväter vor ihnen. Nur, dass Mädchen die ehrwürdigen Instrumente spielen und damit Traditionen langsam zu verändern beginnen - das ist in der türkischen Community nach wie vor nichts Alltägliches.

  Die Saz gilt hier noch immer als Symbol für die alte Kunst


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