Die Seelenbrüder

THOMAS PRLIC´ | Stadtleben | aus FALTER 15/03 vom 09.04.2003

SZENE. Abseits aller musikalischen Trends erfreut sich Soulmusic beständiger Beliebtheit beim Wiener Partypublikum - und bei Sammlern rarer und teurer Singles. 

Es war die höchste Summe, die jemals für eine 7-Inch-Single bezahlt wurde. 15.000 britische Pfund (rund 22.000 Euro) berappte der schottische Sammler Kenny Burrell vor einigen Jahren für die 1965 erschienene Nummer "Do I love you" von Frank Wilson. "Da muss man die Sache schon ziemlich ernst nehmen", sagt Hans Jörg Lauermann. Der als Jörg Record Shack bekannte DJ und Betreiber des gleichnamigen Plattenladens sammelt selbst rare Soulplatten und ist Eigentümer einer zimmerfüllenden Vinylkollektion. Die Höchstsumme, die er für eine Platte bezahlte, ist im Vergleich zum absoluten Rekord allerdings geradezu ein Schnäppchen: Schlappe tausend Pfund machte der Sammler einmal für eine Single locker.

  Es gibt auch billigere Methoden, Soulmusic zu konsumieren. Zum Beispiel den Besuch eines der boomenden Soulclubs der Stadt.

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