Sideorders: Italo-Espresso

Stadtleben | aus FALTER 15/03 vom 09.04.2003

Kaffee ist in Italien nicht gleich Kaffee. Denn erstens gibt es da die "überregionalen" Röstereien wie Segafredo, Lavazza, Illy und Hausbrandt, dann noch etwa hundert regionale, und jeder ist irgendwo der Größte und Wichtigste. Und wenn man jemandem von Segafredo sagt, dass Lavazza aber mehr verkauft, dann ist er stinksauer, weil er meint, dass er sich doch nicht mit dem Marktführer im Heim-Kaffee vergleichen lasse ... Italiener! Folgende gute Kaffees aus Italien gibts derzeit in Wien:

H. Trieste 1898

Eigentlich Hausbrandt, darf aber in Österreich wegen eines Namensstreites nicht so genannt werden. Seit ungefähr einem Jahr verstärkt in Wiens Szenelokalen zu kosten, etwa bei Fabios und im Theatercafé. Die qualitative Vielfalt verwirrt etwas, Hausbrandt ist nicht gleich Hausbrandt.

Illy

Na ja, da kann man sagen, was man will, aber: Der Kaffee des Professors aus Triest ist immer noch das Maß der Dinge. Die massive Präsenz am Markt sorgt leider dafür, dass man auch ziemlich grindigen Illy-Espresso vorgesetzt bekommt. Den besten gibts im Schwarzen Kameel, in der Cantina e l'arte und im DoAn.

India

Winzige Underground-Rösterei mit tollem Logo und einem Kaffee mit tatsächlich recht herbem Aroma. Trotzdem super, es gibt ihn etwa im Schikaneder.

New York

Winzige Rösterei in Pistoia, die einen Vergleichstest im Feinschmecker gewonnen hat und seitdem als Insider-Geheimtipp gilt. Hervorragend schokoladig, cremig, tolles Aroma, es gibt ihn im Naschmarkt-Deli und in der S-Bar im Schauspielhaus.

Elena

Ebenfalls winzig, aus der Via Fiume in San Remo und von den Expedit-Leuten nach Wien gebracht. 99 Prozent Arabica, 1 Prozent Robusta, damit's eine schöne Crema gibt. Molto raro.


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