Blecherner Fall

Vorwort | ISOLDE CHARIM | aus FALTER 16/03 vom 16.04.2003

IRAK. Trotz demontierter Statue: Das erlösende Bild zum Sturz des Regimes blieb aus. Die Amerikaner brauchen den echten Saddam. 

Das wichtigste Bild, das es derzeit gibt, ist ein Bild, das fehlt: Es ist dasjenige von Saddam Husseins Leichnam. Alle Bilder, die wir bisher im Krieg des Symbolischen sahen, liefen auf dieses eine Bild hinaus. Der Kampf darum ist aber vergeblich: Wir werden es nie zu sehen kriegen. Rekapitulieren wir.

  Eine erste Phase sah die Amerikaner als alleinige Bilderstürmer im Irak. Mit einer erstaunlichen Emphase vollführten sie alle Gesten der Befreiung. Als ob sie selbst unterdrückt wurden, fällten sie Statuen, demolierten Bilder und Embleme, besetzten Paläste. Dabei wurde dem Betrachter nicht ganz klar: Haben sie diese Szenen den Irakis vorgespielt - zur Nachahmung gewissermaßen? Haben sie sie für die TV-Kameras inszeniert - als Heroismus im Hightech-Krieg? Oder sind sie tatsächlich der eigenen Passion gefolgt - dem symbolischen Kampf eines Gemeinwesens,


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