FERNSEHEN

Medien | JULIA ORTNER | aus FALTER 16/03 vom 16.04.2003

Sehr gefernzt und originell, was sich RTL2 rechtzeitig zum Irakkrieg einfallen ließ, um George W. Bush zu fuchsen. "That's my Bush", die unglaublich harte Bush-Verarsche der supergemeinen "South Park"-Macher Trey Parker und Matt Stone, ist das absolut Böseste, das ich seit langem im TV gesehen habe. Wunderbar, wie treffend und respektlos zugleich George W. karikiert wird: als unter dem Pantoffel stehender Torfkopf, gefährlich beschränkt. Er nimmt Uni-Kumpels auf eine richtig gute Hinrichtung mit, blamiert sich vor Staatsgästen, lässt die österreichische Staatsoper zerbomben und hat Angst vor seiner Frau. "Aber eines Tages, Laura, hau ich dir so richtig eins auf die Fresse", ruft er fröhlich und umarmt die hantige Gattin. Bei aller Kritik an der Propaganda und dem Hurra-Patriotismus in den meisten US-Medien, wie man sie während des Irakkriegs wieder beobachten kann - aber eine so wüste Abrechnung mit einem Staatsoberhaupt in einer Fernsehserie trauen sich auch nur die Amerikaner. So was wäre bei uns nicht möglich, wo kein Politiker über sich lachen kann. Obwohl auch Georg W. über "That's my Bush" nicht glücklich sein soll - die Serie wurde nach nur einer Staffel eingestellt.


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